Also gestern war ich einfach nicht mehr in der Lage, irgendetwas zu schreiben, denn ich war einfach nur tot.
Aber von Anfang an: Los gehe ich um 7:15 Uhr mit Didier zusammen. Wir trotten runter ins Dorf, um beim Bäcker unser Frühstück zu uns zu nehmen, und es ist köstlich.
Dann laufe ich schon mal los, es sind ja heute nur 18 Kilometer. Ich freue mich schon sehr, dass Sebastian kommt, also bin ich echt schnell unterwegs und habe in 3 1/2 Stunden den Weg geschafft. Didier ist schon da, er hat nämlich aus Versehen eine Abkürzung genommen – genau, aus Versehen.
Auf jeden Fall gibt es jetzt erst einmal für uns beide ein schönes Plat du Jour und ich trinke sogar ein kleines Bier.
Dann verabschiede ich mich, denn ich muss zum Bahnhof, wo Sebastian nach 10 Stunden erholsamer Flixbus-Fahrt und noch mal 2 Stunden mit Fremdbussen in Montbrison ankommt.
Und dann biege ich in eine Straße und da kommt mir auch schon der frischgebackene Jakobspilger Sebastian entgegen.
Es ist toll, ihn nach so langer Zeit zu sehen! Und genauso toll ist, dass er mir neue Schuhe und Stopper für meine Wanderstöcke mitgebracht hat. Denn meine Stopper hatte ich verloren, so wie meine Brille jetzt endgültig, und meine Schuhe haben gar kein Profil mehr.
Die neuen sitzen wie angegossen! Wir kaufen für Sebastian noch einen kleinen Salat und Gummibärchen für uns und dann geht es auch schon los, immer leicht bergauf. Aber ich hatte ihn schon vorgewarnt, dass wir heute noch 9 km laufen müssen, auf 100 Höhenmeter hoch.
Wir quatschen und nach ca. einer Stunde muss ich ganz, ganz dringend ins Gebüsch. Ich glaube, es liegt an dem Mikrowellen-Scheiß von gestern.
Und dann schaue ich noch mal kurz auf unseren Plan und muss lachen – aber ich lache, weil es so schlimm ist und ich es eigentlich nicht glauben kann. Sebastian ist etwas irritiert und dann sage ich es ihm: Wir sind in die falsche Richtung gelaufen und ich habe es nicht gemerkt!
Und jetzt beginnt die Arbeit: Wir also wieder zurück, wieder eine Stunde. Wir machen noch eine kurze Pause in Montbrison, wo wir ja schon waren, und dann geht es die 9 km mit 100 Höhenmetern hoch. Was aus Sebastians Einstiegs-9-km 18 km macht – und ich bin, als wir um 18:30 Uhr ankommen, 36 km gelaufen.
Ich bin völlig k. o. und Sebastian ist auch nicht mehr ganz frisch, aber er hat sich super geschlagen.
Wir werden empfangen von zwei sehr herzlichen Damen. Eine betreut die Pilgerunterkunft ganzjährig und die andere ist für 2 Wochen da als Herbergsmutter und betreut ehrenamtlich die Pilger.
Auch Didier ist schon da – ziemlich lange sogar, weil er sich natürlich nicht verlaufen hat – und noch ein anderer Pilger.
Wir schleppen uns ins Bad und nehmen erst mal eine schöne Dusche. Ich sitze geschlagene 10 Minuten auf dem Duschboden und lasse warmes Wasser über mich laufen.
Ich fühle mich echt nicht richtig gut, mein Magen rebelliert immer noch gegen den Mikrowellen-Truthahn. Was schade ist, denn es wird ein unglaublich köstliches Drei-Gänge-Menü vom Feinsten aufgefahren: Salat als Vorspeise, dann ein Pilzrisotto und als Nachtisch Vanillepudding und Fruchtsalat, dazu gibt es Wein.
Mir wird allerdings das Risotto zu viel im Mund, aber Sebastian isst für drei, so lecker ist es.
Erschöpft fallen wir ins Bett und schnarchen uns gegenseitig die Hucke voll. Ich besuche viermal die liebgewonnene Toilette und bin ganz schön gerädert am Morgen. Aber wir haben ja nur 900 Höhenmeter vor uns!
Schön, dass du dabei bist, Florian
Bilder des Tages
Da bin ich
Wenn du dies siehst, nachdem deine Seite vollständig geladen wurde, fehlen leafletJS-Dateien.

Lieber Florian,
da hast du Sebastian ja einen ganz besonderen Wanderstart gemacht! Hat er dich so durcheinander gebracht? Aber wie toll, dass ihr den Tag trotzdem gut gemeistert habt und vor allem, dass ihr jetzt bestimmt besonders schöne Tage zu zweit vor euch habt. Wir begleiten euch in Gedanken aus Berlin!
Petra und Gerhart
hahah ja das stimmt damit hatte Sebastian wohl auch nicht gerechnet aber dafür ist er jetzt eingelaufen ;))
Pandafackaaaaas 🤩💪👍
😍😍😍