Isle of ach

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Die Zwei

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Breit fletzten sich zwei große Fladen Haut auf Erde. Auf sie gestellt zwei lange, schmale Säulen, karg bedeckt mit Gras, die tonnengleich ein Rund aus Brei mit Zipfel trugen. Es folgt ein Baumstamm, hohl, mit Moos bedeckt, an dem zwei lange Äste lieblos knorrig hingen. Auf seiner Spitze dann ein Rohr, gedrungen, kurz und in der Mitte ausgebeult, und sinnlos hüpfend balancierte eine Kugel, bewuchert spärlich nur am oberen und unteren Kugelrund und festgezurt, in der Mitte nur zwei Teiche, Hasenlöcher zwei, und dann ein Schlund.   Ein Vorhang, rotgolden und vom Wind verweht, bedeckt ein kostbar schönes Ei. Zwei Bernsteine über Mäuselöchern zwei, ein rotes Herz darunter war in der Mitte zweigeteilt. Das Ei auf einer Marmorsäule, die sich zu bewegen schien, gefolgt von einem warmen Leib aus weißem Mehl von Brot, durch Backen köstlich aufgesprungen in der oberen Mitte. Zwei Bänder dann aus zartem Samt in Weiß, reichten hinab bis an eine geheimnisvolle Mitte. Ein Hain, so zauberhaft und süß und unergründlich, floss durch zwei Schalen Obst. Darunter Stäbe dann, die stelzengleich wie Milch, zerfließen in etwas, das wie Hände sanft den Boden streift.

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Die Geschichte von der gewöhnlichen Liebe

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Die Geschichte von der gewöhnlichen Liebe Es war einer der Tage, an denen man einen Geruch das erste Mal riecht und ihn dann ein Leben lang nicht mehr vergisst. Nicht, dass man ihn jeden Tag in der Nase hätte – nein, er kommt völlig unerwartet, und schon ist man wieder sechzehn Jahre alt und taucht gerade aus dem Wasser eines Freibades auf, nachdem man einen wirklich tollen Köpfer vom Einer gemacht hatte. Man hat noch etwas Chlor in der Nase, wie ein leichtes Ziehen, als ob man niesen müsste.   Doch darüber dachte das Mädchen gar nicht nach, als es in die Augen des Jungen blickte, der sich am Beckenrand festgeklammert hatte und ein wenig zu spät wegsah. Es hatte ihr gefallen, was sie in seinen Augen gesehen hatte: Er hatte nicht ihre Schönheit gesehen, sondern ihren Mut – und so etwas merkt eine junge Frau sofort.   Der junge Mann klammerte noch immer am Rand des Beckens und traute sich nicht, sich umzudrehen. Wie seltsam, dass man manchmal das, was man am meisten will, nicht anschauen kann. Doch jetzt hatte er plötzlich Angst, dass das, was er jetzt schon an Hoffnung im Herzen hatte, durch einen erneuten Blick verloren gehen würde. Das alles spürte auch sie. Und da er sich – so viel sei verraten – nicht getäuscht hatte, beschloss sie, ihm zu helfen. Sie schwamm an die Leiter, die genau an der Seite des Beckens war, wo der junge Mann konzentriert nach außen auf die Liegewiese starrte. Langsam ging sie an ihm vorbei.   Er wusste sofort, dass es ihre Beine waren. Er erkannte sie an ihrem Knöchel, obwohl er ihn noch nie gesehen hatte; er war atemberaubend. Dann fiel plötzlich etwas zu Boden und die bezaubernden, mutigen Knöchel marschierten stramm Richtung Liegewiese. Vor ihm lag ein Haargummi, unscheinbar, hellblau, mit ein paar dunklen Haaren. Und wie es so haarig und feucht auf dem warmen Asphalt vor sich hindampfte, wurde er zum Schlüssel seiner Liebe.   „Ich glaube, du hast das verloren.“ Und so hatten sie sich gefunden.   Es war nicht ihr erster Urlaub, den sie zusammen machten, aber nach vier Jahren standen sie das erste Mal zusammen in einem Reisebüro. Beide waren aufgeregt und fühlten sich sehr erwachsen. Sie hatte seine Hand fest umschlossen und spürte, wie sie langsam schwitzig wurde – was immer passierte, wenn er sich bemühte, möglichst cool zu sein. Er hörte schon dieses leise Grunzen, das ein unkontrolliertes Lachen ankündigte, was ihm immer etwas peinlich war, ihm aber auch signalisierte, dass er alles richtig gemacht hatte.   „Wir haben vor, vier Wochen auf Zypern zu verbringen“, grunzte es aus ihr heraus, so ernst sie konnte. „Ja, genau. Hotel Jason, Paphos, All-inclusive!“ Dann war der Raum erfüllt von Lachen und Tränen in ihren Augen und dem Versuch, auch noch den Rest ihrer Vorstellung von dem Urlaub der verdutzten Dame hinter dem Computer klarzumachen – und seine Hände zerflossen. Was als Albernheit in ihrer Küche angefangen hatte, endete mit einer ausgedruckten Buchungsbestätigung und seinem Blick auf ihrem hin- und herwippenden Pferdeschwanz.   Jetzt fuhren sie auf einem roten Roller durch Pinienwälder in warmer Luft. Sie hatte ihre Hände fest um ihn geklammert, und er hatte Sonnencreme auf der Nase, die nur spärlich die Brandblasen der letzten Tage daran hinderte, größer zu werden. Alles war gut. Und dann, wie eine Fliege, setzte sich kurz ein Gedanke in seinen Kopf. Er rechnete innerlich nach, wie lange der Urlaub noch dauerte. Sie schloss die Arme noch fester um ihn und die Fliege verschwand. Aber wie Fliegen nun mal sind: Wenn sie einmal da waren, kommen sie immer wieder.   Es verändert sich eigentlich nichts. Abends saßen sie jetzt manchmal zusammen auf dem Sofa. Sie hatten es sich zusammen von ihrem ersten gemeinsam verdienten Geld gekauft. Wenn er mit einem geöffneten Mund, leicht schnarchend, auf dem Sofa eingenickt war, drückte sie seine Kinnlade zärtlich nach oben, ohne ihn zu wecken, und das Schnarchen hörte auf. Nur manchmal gab sie ihm jetzt ein kleines Mikrofasertuch, das sie immer bei sich hatte, wenn seine Hände bei wichtigen Anlässen doch zu schwitzig wurden. Und er fragte nun manchmal, ob sie erkältet sei, wenn das Grunzen eigentlich ein Lachen ankündigen wollte. Aber nichts davon fiel ihnen auf und, ehrlich gesagt, es war auch nicht weiter schlimm. Es war halt so. Und dann, wie wenn man mit einem Fahrrad ohne Pedale einen Berg runterfährt und so viel Schwung hat, dass man fast noch mal genauso hoch kommt – so nahm ihre Liebe Anlauf, als er seine Tochter ansah, die noch ein wenig schleimig und zerknautscht auf ihrem Bauch lag. Er musste lachen, als der kleine Wurm leise grunzte, bevor er anfing zu weinen, und sie hielt seine verschwitzten Hände fest umschlossen und sie sahen sich an. Dann ein zweites Kind, wieder ein Mädchen. Sie sahen es voller Liebe an, doch aus dem schleimigen, zerknautschten Grunzen war ganz unmerklich ein Summen geworden in ihren Köpfen. Ohne dass sie es wirklich hörten – wie lange noch? Kurz nur, dann war es vorbei. Er packte ihre Sachen und zu viert gingen sie nach Hause. Seine Hände schwitzten nicht. Lange wurde das Summen überdeckt von dem Aufwachsen der Kinder. Durch sie sahen beide noch mal das Staunen über den ersten Schnee, die tiefe Traurigkeit, als ihre Urzeitkrebse starben, und das Glück – aber auch den Neid, wenn ein Geschenk unter dem Weihnachtsbaum größer war als das andere. Aber sie sahen es eben nur.   Die Kinder gingen zur Schule, und er stellte vor seiner Arbeit noch Stühle in dem Eiscafé auf, das zwei Straßen weiter ziemlich versteckt lag. Um 17:30 Uhr ging sie los, um die gleichen Stühle wieder zurückzustapeln. Manchmal gab es zum Mittagessen Semmeln mit Kakao und die Kinder freuten sich darüber, genau wie über den Urlaub in Lido di Jesolo einmal im Jahr – oder im Winter nach Mallorca, dann spielten sie ausgelassen im Pool Voltigieren.   Wenn es Streit gab, sagte er immer: „Geh damit zur Mutter“, und sie: „Vater macht das

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