Heute wollte ich erst um 11 Uhr los, weil ich nur 24 km vor mir hatte und noch in die Kathedrale wollte. Außerdem sollte das Wetter toll werden. Aber als ich um 8 Uhr aufwache, habe ich keine Lust, wieder durch eine Kirche zu laufen, und auf Sightseeing überhaupt keine. Also überlege ich kurz, ob ich mich trotzdem zwingen soll, oder ob ich einfach loslaufe.
So verbummele ich meine Zeit bis 8:45 Uhr, packe zusammen und laufe aus León raus. Es ist kalt, mit Eis auf den Autodächern, aber sonnig und schön.
Erst einmal muss ich mich durch die Industriegebiete von León kämpfen, bis ich in Virgen del Camino ankomme, einem schmucklosen Vorort mit heruntergekommenen Häusern, abgeblätterter Farbe und einem grauen Schleier über allem.
Hier kann man einen äußerst hässlichen Weg an der Schnellstraße entlanglaufen, was übrigens der Hauptweg ist, oder eine alternative Route nach links nehmen, die den Weg um 4,7 km verlängert, dafür aber durch Felder führt und schöner sein soll.
Ich hatte schon eine Unterkunft an der hässlichen Strecke gebucht, nach km 24. Ich schaue in meinen Reiseführer, und auf der schönen Route liegt eine Herberge bei km 31. Also gut, denke ich: Wetter schön, ich gesund und keine Autos. Ich storniere die Unterkunft an der Schnellstraße und laufe die Alternative, auch wenn ich ja keine Wege über 30 km mehr machen wollte.
Es geht gut voran. Leider ist die Bar, in der ich Mittagspause machen wollte, zu. Man merkt jetzt, dass man am Ende der Saison läuft, aber ein kleiner Tante-Emma-Laden hat auf. Ich kaufe Brot, Wurst und Käse, und dann geht es gut gestärkt weiter.
Nach 28 km tun meine Füße langsam weh, und ich bin froh, als ich nach 31 km endlich ankomme, an der schönen Albergue, die geschlossen hat.
So eine Scheiße!
Also gehe ich in eine Bar und trinke ein Frustgetränk. Toll.
„Jetzt werden aus meinen mutigen 31 km richtig nervige 35 km”, denke ich.
Aber als ich wieder starte, geht es, und ich komme um 16:45 Uhr bei einer offenen Pilgerunterkunft an.
Wie gut, dass ich heute Morgen kein Sightseeing gemacht habe!
Das Abendessen gibt es gemeinsam: einen Salat und eine Kürbissuppe mit einem Köttbullar darin. So richtig satt wird man davon nicht, aber zum Glück habe ich noch Schokolade, und als Nachtisch gibt es irgendeine Creme. Wir sitzen gemütlich zusammen.
Der große Vorteil: Morgen muss ich nur 16 km nach Astorga laufen und kann da so richtig doll Sightseeing machen.
Alles löst sich in Wohlgefallen auf.
Schön, dass du dabei bist!
Florian
Bilder des Tages
Da bin ich
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Du Lazarus 😅 Kaum genesen einfach mal eine 35 km Etappe laufen ist schon eine irre Leistung. Hoffentlich sind dir die 16 km morgen nicht zu wenig 😉
Hab morgen einen entspannten Tag
Das sind Strecken, da kriege ich immer schon beim Lesen ganz müde Beine.
Und Fußschmerzen.
Immerhin geht es keine Berge hinauf.
Eigentlich DIE Strecke für Deadly.
😉
Mann, jetzt bist Du schon bald am Ziel Deines ersten Kapitels!
Wahnsinn!
The ROUTE for Deadly…..
😄
You should have considered going to the cathedral! You are obviously needing this practice to cope with EIGHTY EIGHT TEMPLES that is awaiting you!
🫣