Dinner for one

Heute war ein sehr lustiger Tag, und das liegt nicht zuletzt an dem Weinbrunnen, an dem wir heute schon um 8:30 Uhr morgens vorbeikommen. Wir trinken ein wenig und füllen uns ca. 1 Liter in unsere Flaschen für das Mittagessen.
​Heute geht es relativ geradeaus, und so sind wir schon gegen 12 Uhr bei einem Rastplatz, der sich nur 6 km von unserem Etappenziel befindet.
​Und jetzt ist es endlich so weit: Wir packen unser Baguette aus, Käse, den wir noch haben, und Chips. Und dann zeigt mir Maria eine typische neuseeländische Delikatesse. Sie heißt Chipi Bread. Dafür muss man nur die Chips in der Tüte komplett zerkneten, und dann belegt man sein Brot mit Käse, schaufelt so viel wie möglich Chipskrümel dazwischen und versucht, es so schnell wie möglich zuzuklappen, ohne dass das Chipsgebrösel wieder rausfliegt.
​Es ist wirklich erstaunlich knusprig.
​Ich weiß nicht, wie es kommt, aber nach 15 Minuten ist das Baguette mit der halben Tüte Chips leer. Was aber noch erstaunlicher ist: Auch der Liter Wein ist ausgetrunken, und ich glaube, es war nicht halbe-halbe.
​Ich bin auf jeden Fall gut beschwipst und fange an, auf meinem Handy Schlager zu hören. Und als der Weg in einer langen Strecke im rechten Winkel nach rechts führt, beschließe ich einfach, die Diagonale über die Felder zu nehmen.
​In meinen Ohren ist da bereits mein Freund der Baum tot.
​Gegen 13:30 Uhr haben wir unser Ziel Agros erreicht und sitzen in einer Bar. Ich habe eigentlich Lust auf eine Cola und Eis. Maria verschwindet in der Bar und kommt mit einem Eis und einem Krug Sangria raus.
​Puh, noch mehr trinken! Aber es ist süß, kalt und schmeckt nicht nach Alkohol. Ich finde es jetzt passend, Maria „Dinner for One“ vorzuspielen, und erkläre ihr, dass es gute deutsche Silvestertradition ist. Ich finde es beim Schauen auch erstaunlich lustig. Bei Maria in Neuseeland wurde immer ein Penny Cake gebacken, ein Kuchenpudding mit Geldstücken. Ich finde die Idee gut, kann mir aber nicht vorstellen, dass es gut ankommen würde, wenn meine Gäste Eurostücke aus dem Kuchen fischen müssten, am besten abgegriffene.
​Und weil wir ein bisschen Angst vor einem Kater haben und es noch so früh ist, beschließen wir, noch 7 km weiter zu laufen in die nächste Stadt.
​So laufen wir leicht schwankend durch das jetzt sonnige Wetter durch die Hügellandschaft Spaniens.
​Es ist, wie gesagt, ein recht lustiger Tag, und der Kater ist auch ausgeblieben. So spreche ich hiermit eine uneingeschränkte Empfehlung aus.
​Schön, dass du dabei bist.
​Florian

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2 Kommentare zu „Dinner for one“

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