Es ist eigentlich ganz einfach: ein Wohnzimmer, ein Flur, ein Schlafzimmer, eine Küche, ein Bad ohne Fenster. Das alles muss für den Untermieter fertig gemacht werden. Das heißt: kurz überlegen. Was muss ich sortieren? Ich schaue auf mein Buffet im Wohnzimmer und denke: Okay, ich muss mir mal einen Nachmittag Zeit nehmen, um das zu sortieren. Immerhin sind es ja noch fünf Monate, bis es losgeht.
Also, Buffet aufgemacht: hunderte von Spielen, Kuchenformen, Plätzchenausstecher, Staubsaugerbeutel, Mikado. Okay, unten wieder zugemacht. Schublade auf: Ah, hier ist mein ganzes Werkzeug. Keine Ahnung, wo das hin soll. Ich wusste überhaupt nicht, dass ich noch eine Schieblehre habe. Schieblehre angeguckt – oh Gott – Schublade wieder zu. Oben: zweimal schönes Kaffeegeschirr. Einmal gesammelt, einmal bei eBay Kleinanzeigen gekauft. Nie Kaffeerunden gemacht. Wow, okay.
Also räume ich das jetzt erst mal raus, alles auf den Teppich gestellt. Ich habe angefangen, Sachen in Zeitungspapier zu wickeln. Für den Flohmarkt will ich wirklich das ganze Kaffeeservice verkaufen. Das eine ist von meiner Oma. Das Buffet steht jetzt mit offenen Türen da und schreit mich an. Gut, also das von Oma behalte ich, das andere tue ich … keine Ahnung, wo hinein.
Auf das Sofa gesetzt, Kleinanzeigen aufgemacht. Ich brauche Kartons, weil sonst kommt das ganze Geschirr nirgendwo hin. Ich schaue auf die Uhr: 18 Uhr. Gleich muss ich Theater spielen. Ich schreibe mehrere „Karton-Menschen“ an. Das Buffet schreit mich immer noch an, aber ich kann mich jetzt nicht darum kümmern. Omas Geschirr steht auf dem Teppich, das andere auch – halb eingepackt. Ich verlasse die Wohnung. Ich spiele Theater. Ich komme zurück. Ich gebe innerlich auf.
Zeitsprung: 7 Tage später.
Die Kartons sind da. Die ganze Woche lag das Geschirr auf dem Boden rum. Jetzt kommt wenigstens das eine in den Karton. Alle Spiele raus aus dem Buffet. Wann spiele ich denn schon mal? Aber auch das Spiel mit dem Magier aus den 60ern, mit dem Magneten, das wie von Zauberhand Fragen beantwortet … ich schaue es mir noch mal genau an. Drei Stunden später lege ich es in die Kiste. Das ist der Punkt, an dem ich das erste Mal aufatme.
Das Buffet ist jetzt so weit fertig gemacht. Es hat nun genug Platz für einen Untermieter. Das Werkzeug ist weggeräumt, unten ist freigeräumt. Die erste Flohmarktkiste ist gepackt. Ich drehe mich um und sehe 40 Quadratmeter: mein Plattenschrank, mein Sofa, mein Flur, meine Garderobe, das Schlafzimmer, das Bad. Überall Bilder von mir. Ich setze mich auf den Boden.
Heute – es sind noch drei Monate, bis es losgeht – liegt das Wohnzimmer wieder voll mit Sachen, die ich bei eBay verkaufe. Aber es ist im Grunde fast fertig. Jetzt fehlt noch das Schlafzimmer, das Bad, die Küche und der Balkon.
Ich glaube, ich werde mir einen Nachmittag Zeit nehmen dafür. Ich kenne mich ja.

Auch wenn ich nicht auf Wanderschaft gehen will, so eine Aufräum-/Ausräumaktion steht schon viel zu lange auf dem Plan …….