Glück

Schön, dass du hier bist, lieber Leser und Begleiter.

Heute Abend stehe ich wieder auf der Bühne – aber mein Kopf läuft schon Kilometer.

Hier entsteht das Tagebuch meines Jakobswegs.
Richtig los geht es erst Mitte/Ende Juli 2026. Aber innerlich bin ich längst unterwegs.

Wenn ich nicht gerade im Theater bin, kreisen meine Gedanken oft um den Weg:
Was brauche ich wirklich? Wie wird es sein, Tag für Tag zu gehen? Wie viel Zeit braucht ein Mensch, um in ein anderes Tempo zu kommen? Und auch: Wie will ich das alles festhalten – hier, auf dieser Seite? Als Homepage, als Blog, als Tagebuch.

Natürlich kommen dabei Zweifel.

Warum schreibe ich überhaupt? Sollte man nicht lieber gar nichts dokumentieren – völliges digitales Fasten? Wie will man zu sich selbst finden, wenn man die ganze Zeit online ist? Hat das nicht auch etwas mit Eitelkeit zu tun? Und wer will das schon wissen – alles?

Aber wenn ich ehrlich bin, geht es mir nicht darum.
Ich mag es, Erlebnisse zu teilen. Gedanken. Vielleicht auch Erfahrungen. Nicht als Experte, sondern so normal wie möglich. Weil ich glaube, dass wir uns ähnlicher sind, als wir oft denken. Du und ich.

Beim Gehen habe ich häufig das Gefühl, dass das Leben und ich im gleichen Tempo unterwegs sind. Ich kenne eine Parabel, die das gut beschreibt:

Dein Schicksal ist ein Auto, und du bist ein Hund, der mit einer Kette daran festgebunden ist.
Läufst du zu langsam, wirst du hinterhergeschleift. Läufst du zu schnell oder in die falsche Richtung, reißt es.
Die Lösung ist schlicht: Du läufst in dieselbe Richtung, im selben Tempo wie das Auto.
Dann spürst du die Kette nicht mehr. Dann bist du frei.

Ein bisschen so ist es bei mir mit dem Laufen.
Wenn ich gehe, fühlt sich das Leben freier an – nicht wie Hinterherlaufen, nicht wie Gezerrtwerden. Und manchmal, wenn alles deckungsgleich ist, empfinde ich Glück.

Deshalb starte ich diese Reise zu Fuß.
Und deshalb laufe ich vor meiner Haustür los. Nicht aus Symbolik. Sondern weil man es kann.

Loslaufen ändert alles.

Ich freue mich, dass du mich begleitest.
Wir sehen uns hier. Spätestens Ende Juli 2026.

Florian

 

1 Gedanke zu „Glück“

  1. Corinna Schumacher

    Lieber Florian mutig und interessant klingt es was du vor hast gedanklich bin ich dabei ,was du zu erzählen hast .Aber erstmal sehen wir uns heute Abend zu „Hamlet“ einer anderen Reise lg Corinna

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