Ich wusste, er würde irgendwann kommen, und vielleicht nicht nur einmal. Bestimmt steht er ja schon Schlange in der Zukunft und wartet, bis er durch die Tür der Gegenwart eintreten kann.
Heute ist ein richtiger Nicht-Tag. Ihr kennt das bestimmt auch: Tage, die sich weder für die eine noch für die andere Seite entscheiden. Man wacht auf und ist okay, erholt und mittelgut gelaunt.
Ich trete auf den Balkon und was ich sehe, ist der Nicht-Tag, der sich passend in etwas zu viel Bewölkung gehüllt hat – nicht wirklich bedeckt, aber so verhangen, dass nur ab und zu ein bisschen Blau durch die Wolken lugt.
Heute habe ich ja 28 km vor mir, eine Strecke, die weder kurz noch extraordinär lang wäre. Man weiß, dass man sie schaffen wird, aber dass es sich die letzten Kilometer ziehen wird, bevor es dann einfach unvermittelt vorbei ist. Selbst das Frühstück, das mir ausreichend Brötchen beschert, weckt keine Freude, denn ich sehe mich bei mehr als mäßig verhangenem Himmel und 22 Grad im Wind auf der Bank sitzen und lieblos liebloses Essen in mich hineinstopfen.
Und was soll ich euch sagen? Genauso ist es auch. Nur zweimal kurz vor Ende wird der Tag ein wenig aufgehellt: einmal durch Silvia, die ich in einer Pilgerunterkunft in Borg wieder treffe, die bei schönem Wetter bestimmt Spaß macht. Aber jetzt wirkt der Raum mit den zwei Feldbetten irgendwie bedrohlich. Ich rede schön mit Silvia, aber auch über diesem Gespräch liegt der Mehltau des zweiten Males.
Ich wandere, nachdem ich mich von Silvia verabschiedet habe, hinunter nach Perl und treffe noch zwei Pilger, von denen ich euch aber bestimmt und hoffentlich morgen berichte, wenn der Nicht-Tag sich verzogen hat und ich sie noch mal treffe.
Perl hat den gleichen Charme wie mein Zimmer, wie meine Aussicht, wie der Himmel. Es ist nicht wirklich schlimm, es ist nur so, dass man sich eigentlich nicht damit beschäftigen möchte. Es bleiben keine Erinnerungen daran hängen, und am Abend wird der Tag verschwunden sein, als wäre er nie gewesen.
Ein richtiger Nicht-Tag. Eben.
Ich weiß, dass es schön ist, dass du mich begleitest, und das muss reichen.
Florian!
Bilder des Tages
Da bin ich
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Ehrlich gesagt finde ich, so ein Nichttag war jetzt auch mal fällig.
😉
Man muß doch auch mal ein bißchen Grau und Mehltau und Langeweile und Gehtso dazwischen erleben,
damit das Schöne und Überraschende nicht zur Gewohnheit wird.
Oder so.
Tage und Begegnungen zum Erinnern sind toll.
Nichttage sind irgendwie auch erholsam.
Und die schlechten Tage, die sicher auch mal vorbeikommen, die kann man doch mit tollen Tagen und Nichttagen im Sack dann viel besser aushalten.
Aber ich hab gut daherplappern, für mich sind ja auch die Nichttage irgendwie schön mitzuerleben. 😉
Ich mag deine Art der Beschreibung, sei es die eines Nicht-Tages, sei es die von Gefühlen…..und von vielen anderen Aspekten.
Dass so ein Nicht-Tag einen runterzieht, kann ich gut verstehen. Ich finde es sehr sympathisch, dass du uns auch an solchen Tagen teilhaben lässt. Gerade das macht deine Erzählungen so authentisch und nahbar. Solche Tage kennt schließlich jeder von uns.
Morgen soll das Wetter ja wieder besser werden – und oft wird dann ganz von selbst auch der Tag ein Stück heller. Das wünsche ich dir auf jeden Fall. Und vor allem viele, nette Begegnungen und eine schöne Unterkunft.
Ich hatte heute auch einen Nicht-Tag. Wir haben ihn geschafft. Morgen ist ein neuer Tag! Schlaf schön.
🍭 auf einen bunten neuen Tag 🍭
☀️ Buen camino ☀️
Wenn bei so einer Perle , das e fehlt, kann es einfach nix werden.
Da fehlte deinem ganzen Tag einfach das e.