Mit den ersten Sonnenstrahlen geht es für mich los, und heute geht es hinauf in die Hochebene von Aubrac.
Jetzt bin ich über 1300 Meter hoch. Es gibt keine Bäume mehr und nur noch …
Vor Kurzem wurde ich gefragt,
ob ich jetzt nicht satt sei von dem Weg. Ich hatte auch schon darüber nachgedacht. Weil nun sind es fast zwei Monate, dass ich jeden Tag laufe, und natürlich hat sich was verändert. Es ist nicht mehr die Aufregung der ersten Tage, auch nicht mehr das Neue der ersten Wochen. Es ist jetzt irgendwie ruhiger und selbstverständlicher. Ich glaube, ich bin jetzt an dem Punkt, wo ich nicht mehr laufe – das tue ich natürlich auch –, sondern der Weg mich ein bisschen läuft. Ich kann es nur so beschreiben, dass der Tag, die Zeit und die Landschaften durch mich hindurchströmen. Auch die Entfernung oder die Länge hat an Bedeutung verloren, ich bin innerlich nicht mehr mit Ankommen beschäftigt oder mit einem fernen Ziel.
Der Weg macht mich selbstbewusster. Und zwar in der wirklichen Bedeutung des Wortes. Dadurch, dass ich fast gar keine sozialen Medien konsumiere und auch recht wenig Nachrichten, bin ich auf mich selber zurückgeworfen. Ich bin meine eigene Referenz. Ich entscheide für mich, was ich mag und was ich nicht mag, was mich erfüllt und was ich liegen lasse. Das ist ein sehr besonderes und schönes Gefühl, weil man sich ein bisschen selber gegenübersteht und nur Florian Florian beurteilt.
Also satt bin ich nicht, aber auch nicht hungrig. Ich bin zufrieden.
Und mit diesem Gefühl bin ich heute 28 km gelaufen. Durch eine faszinierende, karge Landschaft.
Mehr ist nicht passiert.
Schön, dass du dabei bist,
Florian!
Bilder des Tages
Da bin ich
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Ich finde ja, zufrieden sein heißt glücklich sein.
Nicht so außergewöhnlichesereignisglücklich sondern eben allesistwieessollglücklich.
Das finde ich schön, daß es Dir gerade so geht!!!
Das , was Du beschreibst, ist, glaube ich, genau das, was dieser Schriftsteller, der nach Syrakus spaziert ist, mit „selber denken beim Gehen“ gemeint hat.
Es gibt keinen anderen, der die Schräubchen und Rädchen im Hirn bewegt und anstößt, nur man selber.
Stelle ich mir sehr schön vor.
Und sehr erholsam.
Ich bin schon froh, daß niemand anders mehr meine Tage taktet. 🙂
Bei dem, was und worüber ich nachdenke, sind allerdings noch jede Menge Leute, Dinge und Ereignisse beteiligt. Und auf viele(s) davon könnte ich wirklich gut verzichten.
Da schaue ich mir dann lieber Deine Bilder an und denk ein bißchen Deinen Weg mit. Danke dafür!
Liebe Grüße!
Ja liebe Eva ich finde du triffst es genau
selber denken beim gehen das ist ein schöner Ausdruck
Du machst schöne Bilder, Florian.
Vielen Dank lieber Andreas ☺️
Für diesen wunderschönen Text gebe ich dir 1000♥️
Oh das ist aber schön 1000 zurück