Oh Mann, gerade häufen sich die Sachen ein bisschen, die ich liegen lasse. Heute habe ich meinen Stecker mit Ladekabel in der Steckdose vergessen, was ziemlich blöd ist, weil ich damit eigentlich alles lade. Zum Glück gibt mir Sebastian seinen, wenn er abreist. Aber es ist einfach schon sehr ärgerlich. Na ja, das merke ich auf jeden Fall gerade, als ich den Blog schreibe und meinen Stecker aus meiner Technikbox holen will. Verluste bis hierher: Brille, Stecker und Stopper von den Stöcken.
Aber dafür haben wir heute auch was gefunden! Nämlich unser Durchhaltevermögen. Wir sind nämlich heute sage und schreibe 26 km gelaufen und nicht nur runter. Wenn man zusammen schweigen kann, dann kann das zwei Gründe haben: Erstens, man versteht sich wahnsinnig gut, oder der Weg ist so anstrengend, dass jedes Wort nur nerven würde. Ich würde sagen, am Ende war es eine gute Portion von beidem heute.
Wir kommen also völlig gerädert in unserer Unterkunft an und freuen uns schon wie wahnsinnig auf die kleine Bar, in der wir dann ein Bier trinken und Karten spielen. Danach wird dann Abendessen gemacht, welches wir heute schon 12 km vor dem Ziel einkaufen mussten, weil es sonst einfach keinen einzigen Laden mehr gab. Das heißt, die letzten 12 km sind wir beide noch mal mit zusätzlichem Gewicht von Nudeln, Thunfisch, Tomatensoße und ein paar anderen Annehmlichkeiten gelaufen.
Aber bevor wir jetzt essen, haben wir uns erst mal das kühle Bier verdient. Sebastian kann eigentlich so gut wie gar nicht mehr laufen und auch wenn es mir viel besser geht als gestern, finde ich es doch recht mühsam. Also schnell geduscht, frische Sachen angezogen, nachdem wir gewaschen haben, und los!
Die Bar empfängt uns mit einer Kreidetafel, auf der steht: „Geschlossen bis zum 1. September.“ Ist das scheiße! Es kann doch nicht der einzige gesellschaftliche Knotenpunkt in diesem gottverlassenen Dorf bis zum 1. September zumachen. Wir stehen maßlos enttäuscht vor der Bar und dann kommt ein alter Mann aus seinem Haus. In unserer Verzweiflung frage ich ihn: „Avez-vous du vin pour nous ?“ Er sagt irgendwas auf Französisch, macht eine Geste und geht schnurstracks wieder zurück in seinen Garten. Wir sind unschlüssig, ob er uns einfach nur schlimm abhängig fand oder ob er jetzt gleich mit einem Wein rauskommt. Wir setzen uns ein bisschen jämmerlich auf eine Treppe und beschließen zu warten, weil wir Geschirrklappern gehört haben. Nach 5 Minuten geben wir auf. Er hat uns offensichtlich schlimm abhängig gefunden.
Wir drehen noch eine kleine Runde im Dorf. Ich frage tatsächlich die paar Menschen, die wir treffen, ob sie nicht Bier für uns hätten, denn wir wären Pilger und die Bar hätte zu. Meistens bekommen wir nur mitleidiges Kopfschütteln. Kurz vor unserer Unterkunft frage ich noch einen Vater, der mit seinem Sohn irgendwas im Garten bastelt – und obwohl ich überhaupt nicht damit gerechnet hätte, geht der schnurstracks in seine Garage und kommt mit zwei eisgekühlten Bier zurück! Wir bedanken uns in allen Sprachen, die wir kennen, und auch wenn es nur jeweils 0,25 l sind: Wir sind überglücklich!
Wir gehen nach Hause und kochen uns Nudeln mit Bolognesesoße, in die wir dann noch Thunfisch reinkippen – Surf and Turf sozusagen. Währenddessen kommt das Ehepaar, das uns jeweils 20 € für die Unterkunft abknöpft. Sie fragen, wie wir es finden. Wir sagen natürlich wunderbar und alles toll. Dann habe ich einen Gedanken: Ich setze meine traurigste Miene auf und sage nur, dass wir ein bisschen traurig sind, weil die Bar ja geschlossen ist und wir deswegen nichts zu trinken haben. Sie sind sehr mitleidig, aber gehen dann mit unserem Geld. Na ja, ein Versuch war es wert.
Das Essen ist fast fertig, da steht der Mann noch mal in der Tür und hat zwei gekühlte 0,25-l-Bier in seiner Hand. Juhu, nun sind wir komplett ausgestattet! Es gibt ein köstliches Essen, das uns formidabel mundet, und jeder trinkt sein erstes Bier. Danach wird noch Karten gespielt und das zweite Bier getrunken. Die Erinnerung an die Anstrengung verblasst langsam mit der untergehenden Sonne und der aufgehenden Bierseligkeit.
Und das ist gut, denn morgen geht es weiter!
Wir grüßen euch. Schön, dass du dabei bist!
Florian
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Da bin ich
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Na dann Prost!
🙂
Und schlaft gut!
Das Bild von Seb, herrlich! Man weiß nicht so genau: braucht er noch ein Bier oder hatte er eins zuviel? Erholt euch gut!
;))))
Es scheint mir fast so als wäre einem Pilger das Glück eher hold. Zwei Pilger haben zum Glück sich gegenseitig
Genau so ist es und das ist dann ja auch schon wieder Glück
Ihr Lieben❤️, ich bin wirklich gerührt…., da pilgert Sebastian tatsächlich eine Strecke mit u erfrischt Dein Herz u Deinen Durchhaltewillen.
Ach Sebastian, wie wunderbar…..,
da hast Du den Kreis zum „Pandaabenteuer“ geschlossen.
🎻„Ich sei, gewährt mir die Bitte
in eurem Bunde der Dritte“.
🌻Beste Wünsche🎈
Lieber Rainer
sehr gerne nehmen wir dich auf
ich bin sehr froh das du mich begleitest
Dein Florian
🩷🍻
Ein Prosit liebes Fleischpflanzerl