Heute schreibe ich mal über Sachen, die ganz schön nerven.
Als Erstes: die Hitze. Und dass man sich jeden Abend überlegen muss, wo man am nächsten Abend sein wird. Manchmal plane ich schon zwei Tage im Voraus, dabei würde ich am liebsten einfach losgehen, irgendwo ankommen und gucken, wo ich bleibe. Aber der Weg, den ich hier durch Frankreich gehe, ist so wahnsinnig dünn besiedelt, dass mir gar nichts anderes übrig bleibt, als vorauszuplanen. Und weil es dazu auch noch so heiß ist, muss ich jeden Morgen um 6 Uhr raus – auch wenn ich den Morgen ja eigentlich liebe, wie ihr wisst – und gegen Mittag ankommen, bevor es draußen unerträglich wird.
Dass die Franzosen fast kein Englisch sprechen und ich mich manchmal gern ein bisschen länger unterhalten würde – auch das nervt ganz schön.
Dass die Strecke von Trier nach Le Puy infrastrukturmäßig überhaupt nicht auf Pilger eingestellt ist. Man nimmt sich also ein kleines Zimmer, das meist 50 bis 70 Euro kostet, ab und zu mal eine Herberge, oder man spart und schläft im Zelt im Wald – manchmal auch, weil es schlicht keine andere Möglichkeit gibt.
Dass es jetzt schon über 30 Tage nicht geregnet hat und jeder Fluss oder Bach voller ekliger Algen ist. Dabei würde man so gern mal hineinspringen.
Dass ich mir jeden Tag überlegen muss, was ich an Essen einkaufe, damit der Rucksack nicht zu schwer wird. Wassermelone geht schon mal nicht, aber eigentlich alles, was viel Wasser enthält, ist ziemlich schwer – Gurke, Tomate und so weiter.
Baguette und Salami sind unfassbar köstlich, aber irgendwann auch mal genug. Manchmal würde ich einfach so gern einen frischen Salat essen oder einen gekühlten Joghurt – und zwar nicht direkt nach dem Supermarkt, wo ich ihn nur eine halbe Stunde lang kalt halten kann, sondern einfach mal zwei Stunden später, abends, noch kühl. Genauso mit Getränken: Man startet mit einigermaßen kühlem Wasser und hat irgendwann nur noch warmen Tee, der nach Wasser schmeckt.
Jeden Tag dasselbe Ritual nach der Ankunft: die verschwitzten Sachen ausziehen, und dann die Entscheidung – dusche ich zuerst und wasche danach, oder wasche ich zuerst und bin dabei völlig verschwitzt und dusche erst danach?
Alle zwei Stunden die Schuhe ausziehen und kleine Steinchen oder einen pieksigen Grashalm aus den Socken friemeln – und davor jedes Mal die Entscheidung: Setze ich den Rucksack ab, was ein Riesenakt ist, ihn wieder aufzusetzen? Oder lasse ich ihn an und schwitze mich dabei tot?
Dass ich ein Merino-Langarmshirt, eine Daunenjacke und eine Merino-Leggings mit mir herumschleppe, ohne sie zu brauchen. Das kommt bestimmt noch im Herbst oder wenn ich in die Berge komme, aber jetzt sind das einfach nur echte Nerv-Klumpen in meinem Rucksack.
Und dann all die kleinen Sachen, die kaputtgehen. Heute zum Beispiel einen Stopper von meinen Stöcken verloren – also musste ich den anderen gleich mit abmachen, und jetzt klicken beide wahnsinnig laut auf dem Asphalt. Oder die Brille: einmal den Rucksack unachtsam hingestellt, umgefallen, Bügel verbogen. Jetzt trage ich Pflaster drum, wie die Brillenkinder früher in meiner Schule.
Und natürlich die Fliege, die sich beim Laufen immer genau auf deine Nase setzt.
Das wollte ich jetzt auch mal aufschreiben, damit niemand denkt, ich hüpfe die ganze Zeit nur durch die Gegend. Das tue ich nämlich nur 90 % der Zeit.
Schön, dass du dabei bist!
Florian
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Da bin ich
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Das Gute ist aber, dass all diese nervigen Kleinigkeiten in einem Jahr, wenn du Dich an Frankreich erinnerst vollkommen unwichtig sein werden und die schönen Dinge im Vordergrund stehen werden.
Du sammelst jetzt mehr schöne Erinnerungen und Erlebnisse als viele in ihrem ganzen Leben.
Gute Reise noch und hoffentlich bekommen wir bald alle den ersehnten Regen und etwas Abkühlung.
LG
Das stimmt natürlich ist ja auch schon zwei Tage später so 😉 😍🤣
🍀 Hü Hüpf 🍀
„Grashüpfer Flip:
Flip bringt Musik, Spaß und gute Laune in jedes Abenteuer. Er erklärt die Welt mit Liedern, Rhythmus und einem klugen Blick auf die Din-ge. So zeigt er Maja und Willi, dass Freude, Musik und ein bisschen Gelassenheit manchmal die besten Antworten sind.“ (Kikaninchen)
Ersetze Flip durch Florian, Maja u Willi durch die geneigte Leser:innenschaft 😄
Bon Courage für die 10 Prozent.
(… und Regen gegen die Brände)
Danke dir das macht schon Mut ❤️🤞❤️
Bon Courage. Auch das muss mal raus! Danke für’s Teilen.