Das Gute beim Pilgern ist: Man kommt immer an kleinen Örtchen vorbei, in denen gar nichts los ist. Und weil halt gar nichts los ist, liegt man abends im Bett und schläft auch schon um 22:00 Uhr oder so etwas ein – etwas, was man zu Hause nie machen würde. Und ich kann euch sagen, das ist ganz schön erholsam. Man kann dann nämlich auch schon um 5:30 Uhr aufwachen und super fit sein. So ist es mir passiert, gestern Nacht.
Ich packe meine Sachen zusammen, weil es um 6:00 Uhr natürlich noch kein Frühstück gibt. Meine nächste Frühstücks- bzw. Essensquelle ist 17 km entfernt – oder ich warte noch bis 8:00 Uhr und esse hier. Aber heute wird es ja, wie gesagt, 36 Grad. Also lieber früh los!
Ach ja, ein kleiner Nachtrag zu gestern Abend noch: Nach meinem Essen habe ich tatsächlich Bernd und Hilde aus dem Schwarzwald wieder getroffen. Also habe ich meine Cola geschnappt und mich ein bisschen zu ihnen an den Tisch gesetzt. Das ist noch so etwas Schönes am Pilgern: Man verliert die Angst vor Fremden. Es ist ein bisschen wie bei Busfahrern, die sich auch immer grüßen, weil sie halt Busfahrer sind. Und wenn man Pilger ist, grüßt man einfach andere Pilger. Es war auf jeden Fall ein sehr gemütlicher und schöner Ausklang mit den beiden.
Aber zurück zu meinen 6:00 Uhr: Ich laufe in die aufgehende Sonne hinein und es ist einfach herrlich. Die Welt riecht wie ein neugeborenes Baby – so stelle ich es mir auf jeden Fall vor. Ich laufe durch Sonnenblumenfelder, durch Wälder – und mit mir in den Wäldern laufen die Fliegen, die immer vor meinem Gesicht hin und her fliegen, was ein bisschen nervig ist.
Gegen Mittag hat es dann auch schon 32 Grad und ich habe den größten Teil der Etappe geschafft. Weil ich mir das Industriegebiet von Metz sparen möchte, werde ich die letzten paar Kilometer mit dem Bus in die Stadt fahren. Ich sitze in einem Café und wisst ihr, wer noch auf die Idee gekommen ist, mit dem Bus zu fahren? Bernd und Hilde!
Der Bus kommt nur zweimal am Tag, weil Ferien sind: einmal ganz früh morgens und einmal gegen Nachmittag. Also sitzen wir noch ein bisschen im Schatten und warten auf den Bus. Der kommt aber nicht, bis ich zwei Mädels frage, die auf einer Bank sitzen, und die Antwort bekomme: „Ja, ja, der kommt mal wieder zu spät. Eigentlich ist der nie pünktlich.“
20 Minuten zu spät fahren wir dann also nach Metz, dort in mein kleines Hotel. Mittlerweile hat es 37 Grad. Ich packe alle meine Sachen in meinen kleinen blauen Rucksack und gehe in einen Waschsalon. Jetzt wird endlich mal alles richtig durchgewaschen – nicht nur mit der Hand, sondern 30 Minuten lang mit der Maschine.
Danach habe ich noch etwas eingekauft. Eigentlich wollte ich abends essen gehen, aber mittlerweile habe ich so großen Hunger, dass ich mir jetzt schon Baguette, Käse und Wurst kaufe und mir sozusagen das Abendessen versaue – also das Abendessen in einem Restaurant. Aber egal! Morgen werde ich nämlich noch einmal Gelegenheit dazu haben, denn in Metz wird mein erster Pausentag seit zweieinhalb Wochen sein. Ich finde, das ist ein ganz guter Rhythmus: alle zweieinhalb Wochen ein Tag Pause. Und zur Feier des Tages – und weil es heute Morgen so schön gerochen hat – sieht mein Gesicht jetzt auch aus wie ein Babypopo.
Heute Abend werde ich noch einmal in die Stadt gehen und ein paar Fotos machen, und wahrscheinlich morgen Früh auch, weil ich bestimmt schon wieder um 22:00 Uhr einschlafe. Freut euch also auf Fotos von heute Abend und von morgen Früh, wenn alles noch ganz frisch ist!
Schön, dass du dabei bist!
Florian
Bilder des Tages
Da bin ich
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Lieber Florian,
das muss ich jetzt mal loswerden: Als ich am Abschiedsabend im D’haus von deinen Reiseplänen gehört habe, konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen, wie das möglich sein soll … konnte ich aber bei der PandaFackas-Tour auch schon nicht …
Ich habe dich in den letzten 10 Jahren immer wieder so gern und in so vielen Rollen gesehen, aber das jetzt ist weit weg davon.
Ich klebe an deinem Blog, denke zwischendrin im Alltag daran, dass es dir hoffentlich gut geht und freue mich über jeden neuen Eintrag.
Vielen Dank für das großartige Geschenk, das du uns LeserInnen mit deinen Berichten machst und uns so an dieser besonderen Reise teilhaben lässt.
Ich wünsche dir alles erdenklich Gute und bleibe dran …
LG, Sigrid
Liebe Sigrid,
danke dir für diese Zeilen, das hat mich richtig gefreut. Es geht mir gut, auch wenn der Weg fordert – aber genau danach habe ich gesucht. Das ist jetzt halt eine andere Bühne, aber Schön, dass du dranbleibst.
Ich freue mich wirklich riesig darüber
Liebe Grüße,
Florian
Einen schönen ersten Pausentag morgen 🩷
Ja, morgen wird nur Eis und Pizza gegessen und wieder Eis und Pizza und vielleicht ein bisschen Pommes wegen Frankreich 🤣