nach unten

Auf meiner Haut fühlten sich die Kleider mit einem Male so verändert an – irgendwie schwer, und doch umschlossen sie meinen Körper auf so eigentümliche Weise, als würde eine Welt sie durchströmen.

Unzählige Lichtpunkte tanzten vor meinen Augen. Wie eine Explosion von Sternen dehnte sich ein Weltall vor meinen kalten Augen aus und stieg einem schattenhaften Firmament entgegen, dessen Schwärze jedoch seine Riesenhaftigkeit verlor und sich zu einem mondhaften Umriss verjüngte.

Staunend öffne ich meinen Mund und sehe kleine silberne Kuppeln wie Quallen luftig meinen Lippen entweichen. Sie bilden die zauberhaftesten Formen, wie die Kreise aus Rauch, die vom Munde meines Großvaters zu Weihnachten zu meiner Belustigung in die Luft gepustet wurden. Nadelstiche auf meiner Haut ließen die kleinen Härchen sich aufstellen und ein dunkles Grollen entwich meiner Brust – wie Glockengeläut, unmöglich zu verstehen, aber durchdringend.

Mit jedem Dröhnen klang wieder eine Explosion von silbernen Perlen unterschiedlicher Größe, die unendlich schnell zu dem immer kleiner werdenden Mond am Firmament hinaufstrebten. Ein dunkler Mond im blauen Firmament und Dunkelheit, die ihn kreisförmig einzufangen schien, je kleiner er wurde.

Eine innere Unruhe in mir, wie ein Alp, der auf meiner Brust lag.

Der dumpfe Klang beim Öffnen des Mundes wurde endlich schwächer, auch schmerzten meine Ohren. Zu meinem Bedauern ließ auch das lustige Spiel der Silberexplosionen nach – jetzt, wo mich Dunkelheit fast gänzlich umfing, wären sie mir willkommen gewesen.

Noch einmal riss ich meinen Mund auf und spürte nichts, nur Dunkelheit. Aufblitzen von Tausenden vor meinen Augen, es schüttelte mich und dann …

Oben rief es: „Mann über Bord!“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen