Der Anfang

Mein erster Blogbeitrag – 21. Dezember 2025

Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wie man einen Blog beginnt. Ich habe noch nie einen geschrieben. Aber vielleicht ist es genau richtig, einfach dort anzufangen, wo ich gerade bin: vor meinem kleinen Pad, mit dem Wunsch, meine Geschichte zu erzählen – und zwar genau jetzt, genau hier.

Mein Name ist Florian. Ich bin Schauspieler.
Zurzeit arbeite ich noch an einem großen deutschen Sprechtheater. Aber mit einer neuen Intendanz kommen neue künstlerische Entscheidungen – und in meinem Fall bedeutet das: Mein Vertrag endet im Sommer 2026. Nach 18 Jahren stehe ich plötzlich ohne Job da.

Was macht man also?
Natürlich: sofort bewerben. Anschluss suchen. Weiterfunktionieren.
Oder?

In den letzten eineinhalb Jahren gab es immer wieder Momente, in denen mich der Gedanke an ein „nahtloses Weiter“ nicht nur mit Freude erfüllt hat, sondern auch mit einer seltsamen Leere.

Ich liebe meinen Beruf. Es ist für mich der schönste Beruf der Welt – mit kleinen Abstrichen. Einer davon: dass man nur einmal im Jahr, für sechs Wochen im Sommer, wirklich planbar frei hat. Der Rest ist Proben, Vorstellungen, Projekte. Inspiration hinein, Inspiration hinaus – und irgendwann merkt man, dass man innerlich immer weniger Vorrat hat.

Ich habe das Gefühl, wenn ich heute in meine Schatztruhe schaue, sehe ich den Boden. Und sechs Wochen werden dieses Jahr nicht reichen, um sie wieder zu füllen.

Also ist ein neues Theater-Engagement im Sommer keine Option.
Zum ersten Mal seit fast zwei Jahrzehnten liegt ein Jahr vor mir, das offen ist.

Ich habe gespart.
Ich bekomme eine Abfindung.
Ich muss mir zwölf Monate lang keine finanziellen Sorgen machen.
Was für ein unglaublicher Luxus.

Was mache ich also?
Ich will laufen.

Denn wenn ich laufe, habe ich das Gefühl, dass mein Tempo und das Tempo der Welt übereinstimmen. Nicht ein ganzes Jahr, natürlich, aber ein gutes Stück Weg. Ich will von meiner Haustür aus los.

Der Jakobsweg taucht auf.
Ich bin schon Teile in Spanien gegangen – aber jetzt das Ganze, von Düsseldorf bis Santiago: drei Monate, Sommer bis Anfang November.

Und dann?
Indien.
Ich war einmal dort, kurz, und es hat mich nicht losgelassen. Vielleicht ein Ashram. Vielleicht einfach nur Staunen.

Und danach?
Japan.
Die Insel Shikoku. Der 88-Tempel-Weg, ein Leben von Geburt bis Tod, eingelaufen in 45 Tagen.

Das ist der grobe Plan.
Heute ist der 21. Dezember 2025, und ich beginne jetzt damit, alles vorzubereiten und mitzuschreiben. Ich will Menschen mitnehmen – hier über diesen Blog, vielleicht auf Instagram, vielleicht irgendwann sogar auf dem Weg selbst.

Ein paar Sachen habe ich schon gekauft: Rucksack, Schuhe, Isomatte.
Ich lerne Spanisch und Französisch (wenn ich mich aufraffen kann).
Die Route nimmt Form an.

Und jetzt sitze ich hier und schreibe das alles auf.
Mein erster Blogbeitrag.

Danke, dass du hier bist.
Schreib mir gern unten einen Kommentar – ich freue mich über jede Stimme.

Florian

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