Indien – Das große Offene

Indien ist der zweite Teil meiner großen Reise. Und vielleicht der offenste.

Mich hat dieses Land schon immer fasziniert. Und die ersten Geschichten, die ich darüber gehört habe, waren – im besten Fall – ambivalent: Überforderung. Chaos. Schönheit. Gefahr. Staunen. Ablehnung. Sehnsucht. Alles gleichzeitig.

Der Blick auf die Realität

Ich bin mir bewusst, dass ich dieses Land als Mann bereise. Ich bewege mich anders durch Räume, und Türen stehen mir offen, die für Frauen oft mit Unsicherheit oder Gefahr verbunden sind – das habe ich in vielen Gesprächen und Warnungen gehört. Ich will mir nichts schönreden und nichts romantisieren. Mein Ziel ist es, wach zu sein: respektvoll gegenüber der Kultur, vorsichtig in meinen Schritten und ohne jedes falsche Heldentum.
Vielleicht beginnt genau hier die eigentliche Frage dieser Reise: wie man sich bewegt, ohne sich wichtiger zu nehmen als den Ort, den man betritt.

Mein erster Blick (2023)

Im November 2023 war ich zwölf Tage dort. Rajasthan. Eine Rundreise. Ein erster Eindruck – klein, aber intensiv. Für mich war es überwältigend: unglaublich bunt, voll, laut. Und gleichzeitig geheimnisvoll. Etwas daran hat mich nicht mehr losgelassen.

Normalerweise habe ich, wenn ich Theater spiele, nur im Sommer wirklich frei. Indien war deshalb lange keine Option für eine längere Reise. Aber nach diesen zwölf Tagen wusste ich: Ich will wieder hin. Und diesmal nicht „kurz“. Sondern richtig.

Weniger Plan, mehr Treiben

Ich will mir zwei oder drei Monate Zeit nehmen, um einzutauchen. Vielleicht plane ich auf dem Jakobsweg schon ein bisschen – aber eigentlich ist das Ziel, mich treiben zu lassen. Nicht zu viel vorzunehmen. Offen zu bleiben.

Vielleicht – wenn ich mich traue – besuche ich sogar einen Ashram. Vielleicht auch nicht. Vielleicht reicht es schon, einfach da zu sein und zuzuhören.

November 2026

Mein Beschluss steht: Nachdem ich den Jakobsweg gelaufen bin, steige ich in Madrid in ein Flugzeug und fliege nach Delhi. Irgendwann im November 2026. Und ab da beginnt – für mich, und wenn du mitliest auch ein bisschen für dich – eine Reise ins Ungewisse: ins Offene, ins Laute, vielleicht auch in eine Stille, die man nicht planen kann.

Wir werden uns im November hier wieder begegnen. Oder früher. Oder an einer Stelle, an der ich heute noch nicht weiß, was sie mir abverlangen wird.

Florian

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