Willkommen zurück.
Heute gehe ich los.
Also – nicht wirklich. Oder irgendwie doch.
Heute gehe ich los in meiner Vorstellung.
An einem Tag im Juli 2026.
In meiner Vorstellung ist der Himmel natürlich blau, ein paar weiße Wolken ziehen vorbei.
Ich habe meinen unglaublich gut gepackten, leichten Rucksack auf dem Rücken.
Ich trage meine Stiefel, gehe noch bei meinem Freund und meinem Patenkind vorbei, verabschiede mich.
Und dann geht es los. Über den Rhein. Am Rhein entlang. Richtung Köln. Und weiter. Immer weiter. Bis nach Santiago.
In meiner Vorstellung sehe ich mich oft mit meinem gemütlichen Zwei-Personen-Zelt auf großen Wiesen am Waldrand campieren.
Ich habe meine Hängematte zwischen zwei Bäume gespannt, liege darin, lese ein bisschen, schreibe mein Tagebuch. Meinen Blog.
Und freue mich schon, wenn du ihn liest.
Dann schreibe ich von diesem Tag. Wie er war. Was mir passiert ist. Wie ich losgelaufen bin.
Am nächsten Tag laufe ich wieder los. Komme an.
Liege abends wieder in der Hängematte und schreibe meinen Blog über den Tag.
Und am nächsten Tag liege ich wieder in der Hängematte.
Und schreibe wieder.
Und einen Monat später liege ich wieder in der blöden Hängematte
und muss noch den scheiß Blog schreiben.
Okay.
Also das will ich auf keinen Fall.
Ich laufe los von Düsseldorf. Das Wetter ist wunderbar. Blauer Himmel, leichte Wolken, angenehme Temperatur.
Ich habe dieses ganz besondere Gefühl: Heute geht es los.
Das ist der Beginn von etwas, von dem ich nicht weiß, wie es enden wird – in das ich aber optimistisch hineingehe.
Ich freue mich noch einmal, meinen Freund und mein Patenkind zu sehen.
Und wenn ich über die Rheinbrücke laufe und links abbiege Richtung Köln, dann weiß ich:
Diesen Moment genieße ich sehr.
Und ich würde ihn gerne teilen. Weil er besonders ist.
Dieses Gefühl will ich mir bewahren. Und zu meinem Leitfaden machen.
Sozusagen eine Gastfreundschaft für besondere Momente.
Es ist ein bisschen wie der echte Jakobsweg:
Ich gehe – und freue mich auf den Zeitpunkt, an dem wir uns wieder treffen.
Wenn wir uns wieder treffen.
Ich will keine kalte Chronik schreiben. Keine Liste von Kilometern. Kein tägliches Archivieren.
Kein hundertstes Mal in der scheiß Hängematte schreiben müssen:
„Ja, das Wetter war wieder toll.“
Nein.
Es wird eine Karte.
Mit zufälligen Versammlungspunkten auf dem Weg.
Ein Buch der besonderen Tage.
Florian
