Nach vier Tagen bei meiner Familie in Porto geht es heute wieder los. Man mag es ja nicht glauben, aber ich habe das Laufen auch ein wenig vermisst und das Schreiben auch.
Heute ist ein herrlicher Herbsttag, und ich laufe komplett neu ausgestattet los: mit neuer Brille und der Kamera am Rucksack.
Es ist schön warm, und weil ich nur 24 km laufen muss, lasse ich mir Zeit und schlendere durch sanfte Hügel und Weinberge. Am Horizont ist schon der Höhenzug zu sehen, der mich von Galicien trennt und über den ich morgen in einem letzten großen Anstieg laufe.
Ich werde sogar von anderen Pilgern überholt. Das ist mir auf dem ganzen Weg bisher kaum passiert, nur Lüdo ist in den Pyrenäen mal an uns vorbeigerannt. Aber ich finde es nicht schlimm, sogar schön, heißt es doch, dass ich mir Zeit nehme.
Ein bisschen bin ich in Gedanken schon in Indien und überlege, wie ich es dort mit dem Blog handhaben möchte. Ich werde ungefähr einen Monat an einem Ort sein, und nach fast vier Monaten Laufen ist das, glaube ich, nicht verkehrt. Aber jeden Tag schreiben und ein Video machen? Wie soll das aussehen?
„Hallo ihr, Tag 12 in Indien, ich bin immer noch hier und habe das Gleiche gemacht wie gestern und werde heute das Gleiche tun wie morgen usw.“
Ich habe noch keine Ahnung. Schreiben würde ich gerne und euch ein bisschen mitnehmen, am Anfang vielleicht sporadischer, und wenn ich dann herumfahre, wieder mehr. Was meint ihr: lieber jeden Tag ein bisschen oder seltener, dafür mehr? Schreibt es mir gern in die Kommentare.
Das sind so meine Gedankengänge, während ich rauf und runter laufe, und um 14 Uhr, was immer noch früh ist, komme ich in Villafranca del Bierzo an.
In meiner Unterkunft sind wir nur zu dritt, es wird jetzt immer weniger.
Ich wasche meine Wäsche. Dabei habe ich übrigens einen guten Trick. Ich weiß gar nicht, ob ich ihn schon mal erzählt habe, aber er ist so gut, dass er eine zweite Erzählrunde aushält.
Ich wasche ab und zu meine Sachen in der Dusche. Ich setze mich auf den Boden, und meine Klamotten werden mit dem guten Männlichkeitsshampoo eingeseift. Socken und Unterhose gehen gut, aber Longsleeve und Leggings sind das Schlimmste, vor allem unter den Achseln, und das klappt nie richtig.
Aber jetzt kommt es: Ich ziehe Oberteil und Leggings einfach wieder an, stelle mich unter die Dusche und nehme das gute Duschgel. So erreiche ich zielgenau die Stellen, die es nötig haben. Kräftig einseifen, abduschen, und kurz darauf ziehe ich gut gewaschene Wäsche wieder aus, die nur noch ausgewrungen werden muss.
Sollte jeder mal ausprobieren.
Nach dem Aufhängen geht es noch einmal in das kleine Städtchen, denn ich gönne mir ein richtiges Abendessen, kein Menú del día, sondern etwas, das ich mir von der Karte aussuche.
Was es geworden ist, verrate ich morgen natürlich, wenn nicht irgendeine spannende Bergaufstiegsgeschichte oder noch ein guter Trick dazwischenkommt.
Schön, dass du dabei bist,
Florian
Bilder des Tages
Da bin ich
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So schön, dass du wieder auf dem Weg bist. Mütz und ich haben ganz gespannt auf deinen ersten Beitrag gewartet! Buen Camino
Hallo Florian, schön, dass du wieder unterwegs bist! Ich habe dich mit deinen schönen Berichten, Geschichten und den wunderbaren Fotos richtig vermisst!
Guten Weg!