Der heutige Tag fängt vor allem am Mittag an.
Dort treffe ich Maria wieder, die ich vorgestern noch Kathrin genannt habe, glaube ich.
Es ist die Frau aus Neuseeland, die auch schon in Indien war.
Ich habe mir gerade Baguette gekauft und sitze auf einer Bank, da kommt sie und fragt, wo ich das Baguette her habe und ob sie sich zu mir setzen kann.
Na klar, und das Baguette gibt es in der kleinen Épicerie.
Sie holt sich auch eins und dann sitzen wir zusammen.
Wir laufen dann auch gemeinsam los und ich frage, ob ihr Mann sie nicht vermisst. Sie sagt, dass er Wandern nicht sehr mag und lieber fischen geht, was sie wiederum nicht mag. Und außerdem würden sie jetzt alle zwei Tage telefonieren und hätten bessere und schönere Gespräche, als wenn sie zu Hause nebeneinander herleben. Und irgendwie wirkt sie dabei auch ein bisschen verliebt, als sie das erzählt.
Dann treffen wir noch John, der auch anders heißt, ich es aber leider nicht mehr weiß. Er läuft seit 14 Tagen und hat jetzt erst Blasen bekommen, was mich ein bisschen erschreckt.
Wir laufen etwas zu dritt und dann will ich aber schneller laufen, aber es wäre auch schade, die beiden nicht mehr zu sehen. Also frage ich, ob wir an unserem Ziel nicht was trinken wollen, und sammle die WhatsApp-Nummern ein.
Am Ziel angekommen, bummele ich noch ein wenig in meiner Hängematte und gehe dann in das Kloster, wo ich übernachte. Dort treffe ich auch Richard, den 81-Jährigen, wieder. Der heißt wirklich so und ich kann sogar helfen beim Check-in, denn die Herbergsmutter spricht nur Französisch.
Ich erzähle Richard von dem Trinkplan und um 17 Uhr sitzen wir zu fünft in einer Bar und wir quatschen einfach zusammen. Es geht um den Kilimandscharo und Wanderwege in Neuseeland, aber eigentlich geht es darum, dass fünf Menschen zusammensitzen, die wohl nie in ihrem normalen Leben zusammen getrunken und gelacht hätten.
Maria hat heute eine eigene Unterkunft, aber morgen ist sie wieder in der gleichen wie ich, und Richard sowieso. Dem habe ich heute wieder eine Etappe weiter gebucht, mit Deadly, seinem halbtoten Freund.
Das Abendessen in der Unterkunft ist köstlich und die zwei alten Ladys, die sich um uns kümmern, einfach zauberhaft.
Kati, eine Deutsche, ist noch dazugekommen, und – jetzt haltet euch fest – noch ein 81-Jähriger aus England. Also irgendwo muss ein Nest sein.
Ein wunderschöner Abend, und ich hätte auch nie gedacht, dass ich noch mal irgendwo das Nesthäkchen bin, was vielleicht auch an der Zeit liegt, denn alle anderen sind in der Uni oder arbeiten. Nur Rentner und ich sind unterwegs 😉
Als ich im Bett liege, bin ich ziemlich beseelt von dem Tag, und Maria sendet mir noch ein Bild, das sie gemacht hat, als ich den beiden weggelaufen bin.
Ich mag es sehr.
Schön, dass du dabei bist.
Florian
Bilder des Tages
Da bin ich
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Mein Gott…die 81jährigen beeindrucken UND frustrieren mich.
Mußte ich gleich an Paul denken…dem wäre das auch zuzutrauen.
Wir können gerade schon die englische Küste sehen nach einer ganz schön ruppigen Überfahrt.
Weiter so tolle Menschen auf dem Weg wünsche ich Dir!
Und solidarische Grüße an Deadly! 😉
Ja der deprimiert mich auch ;))))
sende mir mal bilder von England
❤️
Herrlich! Bei deinem Bericht habe ich viel gelacht…😂…hattest du schon 1🍷getrunken…?
…die Fotos sind wunderschön! 👌Danke!
🤩