Die bessere Zeit

Beim Aufräumen meiner Wohnung – während ich mich auf mein großes Aufbrechen vorbereite – sind mir ein paar alte Texte in die Hände gefallen.

Lose Blätter, vergilbt, teilweise mit Kugelschreiber geschrieben.

Einer davon war eine kleine Geschichte, die ich vor ungefähr zwanzig Jahren geschrieben habe.

Ich erinnere mich nicht mehr genau, wann oder warum sie entstanden ist. Aber beim Lesen hatte ich das Gefühl, dass der junge Mann, der sie damals geschrieben hat, schon über Dinge nachgedacht hat, die mich heute wieder beschäftigen: Erinnerung, Sehnsucht – und die merkwürdige Frage, ob die bessere Zeit vielleicht immer irgendwo anders liegt.

Ich habe den Text so gelassen, wie er damals entstanden ist.

Die bessere Zeit

Alles begann an einem Montagmorgen. Das heißt, es war kein gewöhnlicher Morgen, sondern einer jener Tage, die sich grau und schmutzig in die Welt stehlen. Wie sie sich in die Zimmer schlichen – mit jener Art, wie ungewollte Dinge alles mit Gleichgültigkeit und Farblosigkeit überziehen.

Da lag er nun in seinem Bett und spürte schon mit noch geschlossenen Augen, wie ihn die schwere Hand des alten grauen Morgens langsam und unerbittlich aus seinen Träumen zog.

Kleine Gefechte begannen. Er wollte sich das Schöne der Nacht und des Traumes nicht entreißen lassen. Doch egal, wie viel er von seinen guten Vorsätzen in den Kampf schickte – der Feind war überall und verschluckte jeden einzelnen von ihnen.

Und diese verschwundenen Hoffnungen lasteten schwerer auf dem Gemüt als gestorbene. Wie ein Sohn, der nicht gefallen, sondern ab irgendeinem Tag als vermisst gilt.

Schon matt von den aufreibenden Kämpfen kapitulierte er vor der alles umgebenden Übermacht und öffnete die Augen.

Er empfand es als demütigend, sein Tagwerk zu verrichten. Doch das Schlimmste war, dass er nichts dagegen machen konnte. Also stand er auf und tat das, was man so tut.

Er ging ins Bad, fand sich unrasiert und seine Zähne empfand er als irgendwie nicht schön. Überhaupt sah er aus wie mitten in einer Krankheit. Alles war etwas zu kalt, jedes Licht zu hell oder nicht hell genug, um das Zwielicht aus seinen Räumen zu vertreiben.

Als er in den Kühlschrank sah, erschreckte ihn die Lieblosigkeit, mit der ihn die sonst so Geliebten anstarrten. Sie warteten reglos darauf, den Organismus, der sie befreite, von innen langsam zu vergiften. Schnell schlug er die Kühlschranktür zu.

Kurze Zeit dachte er darüber nach, wie es wäre, rauszugehen an die frische Luft. Doch da er sich jene Luft draußen unmöglich als eine frische vorstellen konnte, verwarf er den Gedanken.

Ratlosigkeit machte sich in ihm breit. Was sollte er tun? Warum machte dieser Tag ihn so kraftlos? Lag es überhaupt an der Trübheit jenes Morgens, oder lag es daran, dass es früher eben besser war?

Er hielt inne und dachte über den Satz „Früher war alles besser“ nach. Es wurde ihm etwas unbehaglich bei diesem Gedanken.

Er wollte erst einmal klein anfangen. Er zog seine Rollläden herunter, schenkte sich Rotwein ein, denn er hatte beschlossen, dass ab jetzt die Tageszeit keine Rolle mehr spielen sollte. Das heißt: nur die Zeit, die nach vorne schritt.

Dann setzte er sich an seinen Tisch in der Küche. Nun nahm er sich erst einmal gestern vor, nur so als kleinen ersten Schritt.

Gestern. Zu gestern fiel ihm eigentlich nichts Besonderes ein, was er als eine bessere Zeit empfunden hätte. Er war arbeiten gegangen, war wie immer nach Hause gefahren, hatte etwas ferngesehen und war dann noch einmal spazieren gegangen.

Und plötzlich war sie da: die bessere Zeit.

Und zwar, als er gerade an der Ampel stand und geduldig das Grün zum Gehen abwartete. Warum auch nicht. Ihm gegenüber hielt die Straßenbahn der Linie 20. Sein wertendes Auge streifte die Menschen, die in den erleuchteten Fenstern wie zweidimensionale Profile aussahen.

Dann wurde ein Blick gestoppt. Eigentlich nicht gestoppt. Er konnte nur unmöglich weiterwandern. So tief war das Loch, in das er gefallen war. Versunken.

Der Abgrund jenes Augenpaares umschloss ihn mit einer Neugier und einem Wohlwollen, dass er in diesem Moment bereit gewesen wäre, morgen wieder hier zu stehen – wenn es sein müsste den ganzen Tag, tagelang, sein ganzes Leben lang – nur für diesen einen Moment des für den anderen Seins.

Dann fuhr die Bahn weiter.

Etwas wehmütig schenkte der junge Mann sich Wein nach und beschloss, weiter zurückzugehen, denn schon jetzt schien ihm seine Situation weit weniger hoffnungsvoll als noch gestern.

Nun wollte er einen weiteren Sprung wagen. Er hatte das Bedürfnis nach mehr, wollte sich berauschen an der besseren Zeit.

Und ohne zu merken, wie der Tag voranschritt, versank er in der Vergangenheit. Tage zogen an ihm vorbei, dann Wochen und Monate, bis es schließlich Sommer war.

Heiß flimmerte die Luft in den engen Straßenschluchten der Stadt. Es war schon später Nachmittag, und auf allen Gesichtern, denen er begegnete, machte sich langsam eine Vorfreude auf kommende schöne Stunden breit.

Alles fieberte dem magischen Moment entgegen, wenn sich der aufgeheizte Tag langsam in eine berauschende, sinnliche Nacht verwandeln würde und Frauen und Männer aneinander dachten.

Er hielt die Flasche Wein in den Händen – ein verheißenes Zeichen und ein Versprechen an die kommenden Stunden. Eine innere Freude machte sich in ihm breit, denn er wusste, als er das saftige Grün des Parks betrat, dass jener Tag einer war, an dem man nichts verlieren konnte.

Schneller und schneller wurde sein Schritt, bis er schließlich rannte, über die grünen Wiesen, auf den knirschenden Wegen den Hügel hinauf, bis ihn endlich das Glitzern des kleinen Sees aufhalten konnte.

Da lag er unter ihm und lud ihn ein, näher zu kommen. Und wie ein Teppich legte sich der kleine Holzsteg auf die schwimmende Fläche.

Langsam schritt er den Hügel hinab und betrat mit dem inneren Gefühl von Stille den kleinen Steg und ließ sich am Ende nieder.

Allmählich legte sich der versprochene Abend wie ein Mantel um ihn. Er wusste, das war die Zeit der Ruhe und des Wartens auf Kommendes.

So stellte er die Flasche Wein vor sich und war alsbald versunken in den Abend.

Die Sinne wechselten sich langsam ab, und an die Stelle des Sehens trat das Hören, und der Geruch des Abends verwandelte sich in eine köstlich schmeckende Speise.

Wie lange er so gesessen hatte und gewartet hatte, wusste er nicht mehr. Doch als er die ersten Worte vernahm und die Augen öffnete, zwinkerten ihm die Sterne aus dem dunklen Himmel zu.

Er wusste: Das waren jene Worte, auf die er gewartet hatte.

„Auf ein Spiel, mein Gemahl?“

Wie lockend und mit welcher Leichtigkeit sie aus der Dunkelheit über den kleinen See tanzten. So versunken war er, dass er beinahe vergessen hätte zu antworten.

„Ja, auf ein Spiel, meine Gemahlin“, beeilte er sich zu sagen.

Jetzt, da das Spiel eröffnet war, hatte er Zeit, sich vorzubereiten, die nächste Flasche Wein zu öffnen und einen weiteren Schluck auf gutes Gelingen zu trinken.

Mit offenen Augen schaute er in den nächtlichen Himmel und erwartete die ersten Worte in eine neue Welt.

„Ich ging allein am Fluss in blauer Nacht“, tänzelte es über den See.

Und ohne nachzudenken öffnete er den Mund und schickte lauschend seine Worte hinüber:

„Und sah doch am Horizont die Sonne stehen.“

Und wie Spielgefährten wechselten sich die Zeilen ab.

„Ich sandte den Liebesgruß an den, der wacht.“

Und es antwortete:

„Obgleich ich ihn noch nie gesehen.“

Wie berauscht lauschte er in die Nacht, bis ihn die nächsten Worte erlösten von allzu langer Zeit:

„Und wenn ich einsam war, dann wusste ich …“

Einige Zeit sah er den Worten nach, bis er schließlich antwortete:

„Mein ist dein ganzes Herz in großer Not.“

Und wieder antwortete die Stimme:

„Das Bild von dir bewahre ich innerlich.“

Nun konnte er es nicht mehr aushalten und ein wenig zu laut rief er über den See:

„Verlass mich nicht!“

Und flüsternd fügte er hinzu:

„Sonst bin ich tot.“

Doch er wusste, dass jene Worte die letzten waren, die über den See zogen.

Er blieb noch eine Weile beglückt auf dem Steg sitzen und lauschte in die Dunkelheit. Dann stand er auf und schritt in die Nacht.

Während er selig durch das dunkle Grün wanderte, sprach es aus ihm heraus:

Ich ging allein am Fluss in blauer Nacht und sah doch am Horizont die Sonne stehen. Ich sandte den Liebesgruß an den, der wacht, obgleich ich ihn noch nie gesehen. Und wenn ich einsam war, dann wusste ich: Mein ist dein ganzes Herz in größter Not. Das Bild von dir bewahre ich innerlich. Verlass mich nicht … sonst bin ich tot.

Mit einem Lächeln auf den Lippen verschwand er in der Nacht.

Und als er verschwunden war und nur noch Dunkelheit zu sehen war, zündete sich der junge Mann eine Kerze an, um besser sehen zu können.

Ja, das war die bessere Zeit.

Er spürte, wie eine unbestimmte Angst in ihm hochstieg. Nicht weitergehen, dachte er sich. Lass dich nicht verführen von dir selbst.

Doch die vergangene Zeit hatte sich mit ihrer süßen Hand schon fest um sein Herz gekrallt und presste es zusammen, bis es unendlich dürstete.

Und um es zu erlösen, schmiss er es in die Fluten vergangener Jahre und sah ihm nach, wie es leicht schaukelnd in der Tiefe versank.

Und so sanken die Jahre am Herzen des Mannes vorbei, stiegen nach oben in das fahle Licht des heutigen Tages. Doch sein Weg war die schier endlose Tiefe und Dunkelheit des Erinnerns.

Sanft langte es nach geraumer Zeit am Grunde an und blieb dort liegen. Nichts war zu sehen, nichts zu hören. Zu tief schien die Nacht zu sein, die es umgab.

Bis endlich, nach einer unbestimmten Zeit, von ferne aus der Dunkelheit ein jubelndes, glockenklingendes Lachen näher kam.

Da spürte das Herz neues Leben. Kraft.

Und wie es in den Sprichwörtern heißt, begann es zu hüpfen vor Freude. Höher und höher sprang es, bis eine kleine Hand dem Herzen Halt gab.

Da stand er nun: ein Junge von etwa sechs Jahren. Er sah sich seine reiche Beute an. Seine strahlenden Augen ruhten lange auf dem zu schützenden Schatz. Er lud ihn auf mit all den Träumen, die man sich mit diesem Schatz erfüllen würde.

Dann steckte er das Herz in die Tasche auf seiner Brust, auf die der Kleine besonders stolz war.

Er leckte den roten Saft von seinen Fingern und rannte, rannte, rannte.

Unermüdlich rannte er, bis er schließlich vor einem Haus stehen blieb. Er streckte sich und drückte auf den Klingelknopf in der zweitobersten Reihe. Ungeduldig warf er sein ganzes Gewicht gegen die Tür, bis sie schließlich mit einem seufzenden Surren nachgab und ihn in das Treppenhaus purzeln ließ.

Halb stürzend fiel er die Treppe hinauf und kam schließlich, ganz außer Atem, an der Haustür an.

Nun blieb er stehen und betrachtete den Spalt der halb geöffneten Tür. Sein kleines Herz schlug schnell und aufgeregt.

Es klopfte und sandte Klopfzeichen in die Brusttasche, mitten in das gefallene Herz hinein.

Und das gefallene Herz lag eng am Busen des Jungen und hörte zu. Je mehr es lauschte, desto deutlicher verstand es und erkannte sich selbst. Und lernte die längst vergessene Sprache, bis sie im Gleichklang schlugen und eins waren.

Er beschloss, die Tür mit dem Po zu öffnen. Drehte sich um und ging bestimmt rückwärts in die Wohnung hinein.

Was obendrein noch sehr praktisch war, wie er merkte: Er musste sich nicht einmal umdrehen, um die Tür wieder zu schließen. Er prüfte den Abstand, hob den Fuß und stieß die Tür zu, die krachend und unwiderruflich ins Schloss fiel, um den zurückgelegten Weg zu verbergen.

Beide hatten ihn bereits vergessen.

Niemand war zu Hause, außer seiner Schwester. Doch heute wollte er keine Verbündeten.

Er schlich durch die Räume auf der Suche nach einem Ort, an dem noch nie ein Mensch zuvor seinen Fuß hingesetzt hatte. Sein Streifzug führte durch alle Räume der Wohnung, blieb jedoch zu seinem Bedauern ergebnislos.

Er beschloss, den ganzen Weg noch einmal abzugehen, sich aber nun vor allem auf die höher gelegenen Regionen zu spezialisieren. So lief er wie Hans-guck-in-die-Luft durch die Wohnung und war vorbereitet auf einfach alles.

Fündig wurde er schließlich in der Küche. Genauer gesagt: über der Küche.

Denn auf dem Küchenregal lag ein Dolch, den sein Opa im Krieg bekommen hatte. Er hatte einen weißen Griff, der aussah, als hätten sich Schnüre aus Elfenbein um ihn gewunden. Seine Klinge war sehr spitz und dünn, und auf seinem Schaft war ein Hakenkreuz.

Seine Mutter hatte ihm erzählt, dass man sich mit diesem Dolch selbst umbringen würde, wenn es verlangt wurde oder wenn es die Situation erforderte.

Während er auf das Regal kletterte, dachte er darüber nach, was das wohl für Situationen sein sollten, in denen man sich selbst ersticht, und was das wohl für Männer sein mussten, die so etwas von einem verlangen konnten. Er hoffte inständig, niemals einem solchen zu begegnen.

Nun war er oben angekommen und streckte die Hand nach dem Dolch aus. Doch in diesem Augenblick begann das Regal zu wanken. Es neigte sich. Ganz langsam erst – aber doch schnell genug, um einen Absprung unmöglich zu machen.

Und so kippten, stürzten und fielen Regal, Dolch und Kind dem Küchenboden entgegen.

Sein einziger Gedanke war: bloß nicht unter dem Regal begraben werden.

Und so stemmten sich zwei kleine Beine gegen den Küchenboden, auf dem sie gelandet waren, und zwei Arme stemmten das Regal, auf dem sie lagen.

Da stand er nun in der Küche. Über und über mit Öl und Essig und Gewürzen mariniert.

Um ihn herum lagen die Scherben des kompletten Geschirrs – gleich seinem gänzlich zerbrochenen Abenteuer.

Es war das, was man ein Drama nennt.

Es gab keinen Ausweg. Er konnte nicht unter dem Regal hervorkriechen, ohne Gefahr, und er konnte es aufgrund seiner geringen Körpergröße auch nicht aufrichten.

Da stand er nun unter dem Regal wie Atlas unter dem Firmament.

Und dachte über den Dolch nach.

Er begann zu rufen, doch seine Schwester hörte ihn nicht. Oder wollte ihn nicht hören.

Und je länger er stand, desto mehr legten sich Sorgen und Angst auf sein Gemüt.

Was sollte er seiner Mutter sagen, wenn sie in der Tür stehen würde?

Er begann fieberhaft nachzudenken, als ihn plötzlich das Geräusch eines Schlüssels im Schloss traf.

Er hoffte, dass er vielleicht durch irgendein Wunder nicht auffallen würde. Er suchte noch einmal nach einem Ausweg, bis sein Blick an der Gestalt in der Küchentür hängen blieb.

Er hörte sich sagen, dass das Regal einfach umgefallen sei, als er daran vorbeigegangen sei, und dass er sie über alles liebte.

Doch er wusste, dass die Situation völlig unhaltbar war und durch nichts auf der Welt wieder gut werden würde.

Er hatte sein Leben verwirkt.

Schon sah er seine Mutter auf sich zukommen. Er merkte, wie sie ihn von der schweren Last befreite.

Doch dann geschah etwas Unglaubliches.

Sie kniete sich vor ihm hin und nahm ihn in ihre Arme und drückte ihn an ihr Herz.

Und wie Wasser flossen alle Sorgen, alle Ängste und aller Kummer in ihr Herz hinein – so lange, bis er glücklich war.

Das war wohl die beste Zeit, dachte der junge Mann in seiner Küche.

Er konnte sich nicht erinnern, jemals sorgenfreier gewesen zu sein. Und doch war eine Sehnsucht danach sein Leben lang unermesslich gewachsen.

So beschloss er, noch weiter zurückzugehen, ganz in der besseren Zeit aufzugehen. Noch viel weiter zurück – in das unbekannte Land, von dem kein Wanderer je zurückgekehrt ist.

Und so trank er den letzten Schluck Wein und löschte das Licht.

Ende

Als ich diese Geschichte jetzt nach all den Jahren wieder gelesen habe, musste ich ein wenig schmunzeln.

Der junge Mann, der sie geschrieben hat, war überzeugt, dass die bessere Zeit irgendwo in der Vergangenheit verborgen liegt – in Erinnerungen, in Augenblicken, die schon vorbei sind.

Heute bin ich mir da nicht mehr so sicher.

Vielleicht liegt die bessere Zeit gar nicht hinter uns.

Vielleicht wartet sie irgendwo auf dem Weg.

Vielleicht sogar dort, wo man einfach losgeht.

1 Gedanke zu „Die bessere Zeit“

  1. Eva-Maria Reuschling

    Ich denke mal, wenn dieser junge Mann nun mt auf Deine Wanderung geht, dann wird er in einem guten Jahr eine ganz, ganz andere Geschichte schreiben können.
    Ich bin schon gespannt.

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