So, es ist Montag. Draußen ist es grau, aber nicht wirklich kalt. Ich liege noch im Bett und habe Lust, einen Beitrag zu schreiben. Eigentlich habe ich Lust, über etwas Schönes zu schreiben. Neben all den Widrigkeiten, die auf dem Weg liegen werden, neben all den Ängsten, die natürlich auch da sind, wenn ich an meine Reise denke, möchte ich teilen, worauf ich mich freue. Dieses Gefühl ist für mich wie eine große Schüssel voller reifer, knackiger Sommerkirschen. Natürlich sind da auch welche dabei, die nicht ganz so süß sind. Vielleicht sogar eine, die faul ist. Aber das Bild bleibt köstlich.
Ich freue mich auf den Aufbruch. Ich freue mich auf das Loslaufen in der Dämmerung. Auf das langsame Erwachen der Welt. Auf Schritte, die noch nicht wissen, wohin sie genau führen.
Ich freue mich darauf, irgendwo zu sitzen. Ein Toast mit Schinken und Käse. Ein Café con leche, obwohl ich Kaffee eigentlich gar nicht so sehr mag. Den noch etwas zu kühlen Wind im Gesicht zu spüren, an den Beinen, der aber schon das Versprechen in sich trägt, wärmer zu werden.
Ich freue mich auf diesen Moment, in dem mich etwas wie Glück streift. Ganz unspektakulär.
Ich freue mich darauf, aufzustehen. Losgegangen zu sein. Unterwegs zu sein. Und irgendwann auch angekommen.
Ich freue mich auf das, was ich noch nicht weiß. Auf Begegnungen, die ich mir jetzt noch nicht vorstellen kann. Darauf zu merken, dass alles in Bewegung ist.
Ich freue mich auf die Tage, an denen es lange bedeckt war oder geregnet hat. Und plötzlich sehe ich zum ersten Mal wieder meinen Schatten. Die Sonne ist vielleicht noch nicht einmal ganz da – aber im Schatten weißt du: Es ist wieder Licht.
Ich freue mich auf Essen, das köstlich ist, weil es notwendig ist. Auf etwas, das vielleicht zufällig am Wegesrand wächst und sich wie ein Geschenk anfühlt. Umsonst.
Ich freue mich auf Musik. Auf ein Lied, das mich plötzlich mit allem verbindet.
Und manchmal stelle ich mir vor, ich sei ein verstopftes Sieb. Und der Weg strömt hindurch mit all seinen Momenten, bis wieder alles frei und durchlässig ist. Natürlich weiß ich, dass auch faule Kirschen dabei sein werden. Aber im Moment möchte ich mich einfach nur auf die große Schale Kirschen freuen.
